
Es ist kurz vor 11 Uhr vormittags, als Aaron Carter uns in sein Hotelzimmer bittet. Er sitzt mit nacktem Oberkörper im Schneidersitz auf seinem Bett und verdrückt gerade einen dicken Hamburger zum Frühstück. „Aber kein Wort zu Mum“, kichert Aaron und seine Stimme klingt überraschend tief. „Die sieht's nicht gern, wenn ich mich von Fast Food ernähre!“ Aaron ist bestens gelaunt, obwohl er seit acht Tagen auf Tour durch Amerika ist und im Vorprogramm von Britney Spears auf der Bühne steht. „Ich bin kein Morgenmuffel wie Nick“, lacht er. Aaron, der am 7. Dezember 13 Jahre alt wird, ist im letzten Jahr nicht nur zwölf Zentimeter gewachsen. Er wirkt auch lockerer und selbstsicherer als früher. Nur seine erfrischende Quirligkeit ist geblieben. „Gestern habe ich mit Britney Party gemacht“, sprudelt er los. „Britney ist total nett- wir haben das gleiche Management und sehen uns deshalb sehr oft. Johnny Wright ist neben Mum mein neuer Co- Manager. Britney ist wie eine ältere Schwester zu mir- sie lacht immer über meine Storys!“ Aaron schiebt den letzten Bissen seines Burgers in den Mund und beginnt zu schwärmen: „Aber noch viel netter ist ihre kleine Schwester- mit Jamie Lynn habe ich mich richtig angefreundet. Sie ist zwar erst neun, aber echt süß- eine richtige kleine Lady!“ Aaron und Familie sind vor kurzem wieder von Los Angeles in das geliebte Florida zurückgezogen. Aaron: „Wir haben ein Haus auf den Florida Keys direkt am Meer mit einem fünf Hektar großen Grundstück gekauft. Nick hat sich gleich das Haus nebenan gekauft.“ Alle Haustiere haben den Umzug gut überstanden. „Wir haben fünf Hunde, acht Katzen, sechs Vögel und einen Iguana“, zählt Aaron auf. „Meine Mutter will mir noch einen kleinen Hund kaufen- mir gefallen die Möpse am besten!“ Viel Zeit um sich einzuleben hatte die Familie noch nicht, denn die Carters waren in den letzten Wochen pausenlos unterwegs, um Promotion für „I Want Candy“ und das Album „Aaron's Party (Come Get It)“ zu machen. Dann wurde für die US- Tour geprobt. „Ich habe vier neue Tänzer, zwei Girls und zwei Boys“, erzählt er. „Nonny Price (26), meine Choreographin, Stevie Butler (22), Nicole Smith (17) und Michael Betham (17). Die sind alle cool. Mit Nicole und Michael habe ich mich sogar richtig angefreundet.“ Kurz nach 12 Uhr muss Aaron los. Gesangsstunden mit Mark Giovi stehen auf dem Programm. „Ich singe schließlich alle Nummern live“, sagt Aaron stolz und zieht los. Wir treffen ihn erst eine Stunde vor der Show wieder: Aaron trinkt warmen Honigtee („das hat mir Nick empfohlen- wegen der Stimmbänder!“) Die Visagistin schminkt ihn und gibt seiner Stachelfrisur den letzten Schliff. Mutter Jane massiert ihrem Sohn die Schultern, bevor er in den blauen Glitzer- Overall schlüpft. Manager Johnny Wright erklärt Aaron noch einmal, auf was er sich beim Auftritt konzentrieren soll. Aaron ist ein echter Profi- Lampenfieber kennt er nicht. Kurz vor Showbeginn stellt er sich mit den Tänzern im Kreis auf, spricht ein kurzes Gebet und küsst das silberne Kreuz, das ihm Mutter Jane zum Tourstart aus New York mitgebracht hat. Dann flitzt er in Richtung Bühne los! Rund 10.000 Fans im „MGM Grand“ in Los Vegas empfangen ihn mit ohrenbetäubendem Jubel. Kaum jemand hört das Telefonklingeln und das simulierte Gespräch, mit dem die erste Nummer „I Want Candy“ beginnt. Alle kreischen, als sie Aaron sehen. Zusammen mit den Tänzern wirbelt er über die Bühne, aber er hopst nicht wie früher spontan über die Bretter, sondern folgt einer perfekten einstudierten Tanzchoreographie. Überraschend: Auf „Come Get It“- die Nummer ist in Amerika als Single erschienen- rappt Aaron so cool wie ein kleiner HipHopper. Verblüffend: Bei „Tell Me What You Want“ flirtet Aaron mit seiner „Freundin“ Nicole: Er blick ihr in die Augen, streichelt sogar ihr Gesicht, während sich Nonny, die andere Tänzerin, erst über die beiden lustig macht, dann mit gespielter Eifersucht abzieht! Aaron, der für November Auftritte in Deutschland plant, probt zurzeit für eine eigene Show. „Ich werde 60 Minuten auf der Bühne stehen und elf Songs bringen“, verrät er. „Ihr werdet staunen, was ich dazugelernt habe. Aber eines werden meine Fans nicht sehen: Ich schlage auf der Bühne keine Räder mehr!“
Quelle: Bravo

